FRANKIE wurde laut Augenzeugen von Zigeunern aus dem Auto geworfen bevor sie in Tourlos auf die Fähre fuhren. Nur noch aus Haut und Knochen bestehend, vegetierte er am neuen Hafen herum – wer würde schon so einen schwindsüchtigen Hund füttern oder gar berühren wollen. Nachdem uns von seiner Existenz und seiner elenden Kondition bekannt wurde, fuhr ich nach Tourlos um ihn aufzulesen und dem Elend ein Ende zu machen !!! Als ich ihn endlich fand, konnte er kaum mehr laufen, also trug ich ihn zum Fahrzeug und fuhr sofort zum Tierarzt Konstantinos Keramidas.
Der Tierarzt stellte die Diagnose „Unterernährung“ und begann eine dementsprechende Therapie. Frankie lebte von da an beim Tierarzt in einer Metallbox. Zweimal am Tage fuhr ich zu ihm, um seine Box zu säubern und mit ihm spazieren zu gehen und ihm ein bisschen Freude am Leben zu geben. Trotz seines beängstigenden aeusserlichen Zustandes, fand er bei den ihm begegnenden Menschen beim Tierarzt viel Liebe und Zuneigung und jeden Tag wurde er etwas kräftiger und schon fast glücklicher. Als nach einer Woche endlich der erste Bluttest vorhanden war, war die Nachricht bitter: Positiv Ehrlichia canis. Da die Infektion bereits vor geraumer Zeit stattgefunden haben muss, war das Ergebnis der Behandlung durch Antibiotika zweifelhaft.
Außerdem konnte er nicht länger beim Tierarzt bleiben. Also musste der arme Frankie hinter dem Palladium an eine Kette mit Laufschiene gebunden werden, um seine Therapie fort zu führen. Einsamkeit war wohl das letzte was er in diesem Stadium brauchte, selbst die täglichen Spaziergänge konnten ihn nicht aufheitern oder zum Essen animieren. Aber seine Dankbarkeit funkelte aus jeder Pore seines geschundenen Körpers, der, obwohl zwar neue Haare nachgewachsen waren, in der Zwischenzeit kein Gramm an Gewicht zugenommen hatte.
Aber Frankie's Augen strahlten mit der Sonne um die Wette - wir mussten diesen Kampf einfach gewinnen.
10 Tagen später wieder ein neuer Bluttest: Verdacht auf Leishmania. Ein vernichtendes Ergebnis! Die Behandlung ist sehr strapaziöse für den Organismus und bei einem allgemein demolierten gesundheitlichen Zustand wie bei Frankie oft toetlich. Mit Beginn der Behandlung schwand das bisschen Energie, was er sich anerkaempft hatte, langsam aber sicher wieder dahin, bis zu dem Punkt wo es nur noch eine Quälerei war.
Die letzten Tage seines sicher sehr traurigen Lebens verbrachte er bei mir, da es sehr schwer für mich war, ihn gehen zu lassen! Und als der Tag kam und Fankie zum letzen mal auf dem Operationstisch lag, wedelte sein Schwanz unaufhörlich.
Bumm….Bumm……Bumm………Bumm………….Bumm……………..Bumm…………………Bumm……………………………………Bumm…………………………
Bis zu seinem letzten Atemzug war seine Liebe für die Kreatur Mensch, die ihn sein ganzes Leben lang gequält hat, ungebrochen. Ich habe noch nie in meinem Leben und werde auch nie wieder in meinem Leben so einen liebevollen und dankbaren Vierbeiner wie Frankie kennen lernen.
Es war mir eine Ehre !!! Frankie hat nun zusammen mit meinen verstorbenen Hunden unter einem Mandelbaum einen würdigen und friedvollen Ruheplatz gefunden, aber in meinem Herzen wird er immer lebendig bleiben.
Mykonos September / Oktober 2008